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Externer Link zu Porträt Name: Pahl, Johann Gottfried
Geburt: 1768-06-12 Aalen
Tod: 1839-04-18 Stuttgart
Stand des Vaters: Lebküchner und Kaufmann
Studium: 1784 Immatrikulation in Altdorf
Status: Student
Fakultät: Theol.
Biographica: 1784 wurde Johann Gottfried Pahl, Sohn eines Kaufmanns und Lebküchners in der schwäbischen Reichsstadt Aalen, in Altdorf immatrikuliert. Das Studium der Theologie musste er jedoch bereits zwei Jahre später wieder abbrechen, da die verarmte Familie die kostspielige Ausbildung nicht weiter finanzieren konnte. Pahl kehrte in seine Heimat zurück, erhielt aber noch 1786 ein erstes Vikariat und konnte sich nach autodidaktischer Weiterbildung 1790 in Neubronn bei Aalen als Pfarrer etablieren. Nach Tätigkeiten an mehreren anderen Wirkungsorten wurde er 1824 zum Dekan der Diözese Gailsdorf berufen; 1832 ernannte man ihn zum Prälaten und Generalsuperintendenten in (Schwäbisch) Hall.
Bedeutsam geworden ist Pahl in mehrfacher Hinsicht. Als Theologe vertrat er einen rationalistischen und liberalen Protestantismus, der konfessionelle Streitigkeiten bewusst hinanstellte. Schriftstellerisch ist er durch eine Reihe aufklärerischer und satirischer Schriften und Romane hervorgetreten, die meist unter Pseudonymen (Sebastian Käsbohrer, Athanasius Wurmsamen) erschienen und breite Streuung erfuhren. Wegen seiner z.T. polemischen Kritik am Absolutismus und seiner Propagierung des Konstitutionalismus wurde der von Aufklärung und Revolution beeinflusste Literat zeitweilig auch von der österreichischen Polizei gesucht. Zeitgeschichtlich interessiert, befasste er sich 1799/1801 nach verschiedenen kleineren Arbeiten in einer dreibändigen Darstellung mit den Französischen Revolutionskriegen im südwestdeutschen Raum. Zwischen 1801 und 1809 fungierte er außerdem als Herausgeber einer Wochenschrift, die unter dem Titel „National-Chronik der Deutschen” liberale, dann auch antinapoleonische Positionen vertrat. Nach deren Verbot beschränkte er sich fortan auf historiographische Arbeiten (Geschichte von Württemberg, 6 Bde. 1827-1831).
Pahl wurde als altliberaler Geist und Gegner der Restauration auch in den württembergischen Landtag gewählt. Seit 1807 war er Ehrenmitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg; 1832 wurde er in den Personaladel erhoben. In seinen hinterlassenen Lebenserinnerungen ist er auch auf seine Altdorfer Zeit eingegangen.
(Werner Wilhelm Schnabel)
Literatur: Elias von Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf. 2 Bde. Würzburg 1912 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, IV/1-2), hier Bd. II, S. 415.
ADB 25 (1887), S. 69-71 (Wilhelm von Heyd).
Hermann Strenger: Johann Gottfried Pahl. Publizist, Historiker und Prälat, 1768-1839. In: Lebensbilder aus Schwaben und Franken 8 (1962), S. 161-177.
Walther Killy (Hg.): Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. 15 Bde. Gütersloh, München 1988-1993, hier Bd. 9 (1991), S. 65 f. (Walter Weber).
NDB 20 (2001), S. 3 f. (Johannes Weber).
Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Hg. von Werner Wilhelm Schnabel. Nürnberg 2012 (gff digital – Reihe A: Digitalisierte Quellen, 2), F7040.
GND: https://d-nb.info/gnd/10038384X
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