Recherche

Suche nach Personeneinträgen:

Statusgruppe:
Sortierung Reihenfolge: Aufsteigend Absteigend
 

2 Einträge gefunden (Datenstand: 2022-08-21 20:52:39)

Anfang Zurück Weiter Ende
Seite 1 von 1

Name: Schwarz, Christian Gottlieb
Geburt: 1675-09-04 Leisnig
Tod: 1751-02-24 Altdorf
Stand des Vaters: Rektor
Studium: Leipzig. - Wittenberg
Amtszeit: 1709-1751
Status: Professor
Fakultät: Phil.
Denomination: 1709: Beredsamkeit, Poesie und Moral. - 1635: Geschichte und Moral
Biographica: Der Sohn eines Schulrektors im sächsischen Leisnig besuchte Gymnasien in Leipzig (1686) und Grimma (1691) und arbeitete zwei Jahre lang als Informator, ehe er sich 1696 an der Universität Leipzig immatrikulierte. Ein vornehmer Gönner, den er während seiner Informatorenzeit gewonnen hatte, verschaffte ihm eine Stelle an einem frisch eingerichteten Freitisch in Wittenberg, wohin er 1701 wechselte. Noch im gleichen Jahr erwarb er dort die Magisterwürde. 1704 nach Leipzig zurückgekehrt, arbeitete er zunächst erneut als Informator und erlangte bald darauf auch eine Lehrerstelle an der dortigen Ratsschule. Daneben habilitierte er sich an der Universität und erhielt 1709 Stellenangebote aus Danzig und Lübeck. Er folgte aber einem Ruf auf eine Professur der Beredsamkeit, Dichtkunst und Sittenlehre nach Altdorf, den er auf Betreiben Gottfried Thomasius’ erhalten hatte.
1735 vertauschte Schwarz die Professur der Poesie mit der der Geschichte. Zugleich bekam er das Amt des Universitätsbibliothekars übertragen, in dem er sich durch die Anlage eines Gesamtkataloges große Verdienste erwarb. Als Programmatarius war er außerdem für die zahlreichen Universitätsprogramme verantwortlich, die erhebliche Arbeitszeit in Anspruch nahmen. Schwarz galt als hervorragender Lobredner und einer der ersten Philologen seiner Zeit. Historisch befasste er sich insbesondere mit der Geschichte der Römer. Seine umfangreiche Bibliothek umfasste zahlreiche Handschriften und Frühdrucke, die auch in gedruckten Katalogen dokumentiert wurden.
Schwarzens Ruhm hatte zahlreiche Ehrungen und Ehrenämter zur Folge. Er war Mitglied der Anthologischen Gesellschaft in Leipzig, der kaiserlichen Akademie der Naturforscher und der Preußischen Gesellschaft der Wissenschaften und wurde 1723 zum kaiserlichen Hofpfalzgrafen ernannt. Im gleichen Jahr stellte er die repräsentative Festschrift zusammen, die zum Jubiläum der Universitätserhebung Altdorfs erschien. 1743 vertrat er seine Hochschule bei den Feierlichkeiten zur Gründung der Universität in Erlangen. Für seine weitgerühmte Plinius-Ausgabe erhielt er 1750 ein kaiserliches Ehrengeschenk. Weitreichend waren seine Korrespondenzen innerhalb der gelehrten Welt. Trotz zahlreicher Vokationen an andere Universitäten hat er Altdorf nicht mehr verlassen. Zwölfmal ist er Dekan seiner Fakultät, dreimal Rektor der Hochschule gewesen.
Der Poyhistor, der auch zahlreiche Gelegenheitsgedichte verfasste, war in Altdorf Amtsnachfolger des Poetikers Magnus Daniel Omeis und wurde dort zum wichtigsten Förderer lateinischer Sprache, Philosophie und Geschichtsschreibung. Als ‚Melander’ wurde er 1710 in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen. Obwohl man ihn 1649 zum Präses der Sozietät wählte, hat er der Gesellschaft, die in die Provizialität abzusinken begann, nur wenig Interesse entgegengebracht.
(Werner Wilhelm Schnabel)
Literatur: Sigmund Jacob Apin: Vitae professorum philosophiae qui a condita Academia Altorfina ad hunc usque diem claruerunt [...]. Nürnberg 1728, S. 300-319.
Georg Andreas Will: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes nach Ihrem Leben/ Verdiensten und Schriften [...]. Fortgesetzt von Christian Konrad Nopitsch. 8 Bde. Nürnberg, Altdorf 1755-1758 und 1802-1808, hier Bd. III, 1757, S. 628-647.; ebd. VIII, 1808, S. 163-167.
Christoph Gottlieb von Murr: Beschreibung der vornehmsten Merkwürdigkeiten in des H. R. Reichs freyen Stadt Nürnberg und auf der hohen Schule zu Altdorf [...]. Nürnberg 1778 (2. Aufl. Nürnberg 1801), S. 602.
Allgemeine Deutsche Biographie 33, 1891, S. 227 f. (Richard Hoche).
Elias von Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf. 2 Bde. Würzburg 1912 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, IV/1-2), hier Bd. II, S. 527.
Renate Jürgensen: Melos conspirant singuli in unum. Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg (1644-1744). Wiesbaden 2006 (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen, 50), S. 645-669.
Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Hg. von Werner Wilhelm Schnabel. Nürnberg 2012 (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 3), K2450.
Porträt: Friedrich Roth-Scholtz (Hg.): Icones Eruditorum Academiae Altdorfinae [...]. Nürnberg, Altdorf 1721/23, Nr. [123]
GND: https://d-nb.info/gnd/115661069
Perma-Link: https://aaa.gf-franken.de/de/recherche.html?permaLink=K2450 Permalink kopieren


Name: Schwarz, Christian Gottlieb
Geburt: 1675-09-04 Leisnig
Tod: 1751-02-24 Altdorf
Stand des Vaters: Rektor
Amtszeit: 1735-1751
Status: Universitätsbibliothekar
GND: https://d-nb.info/gnd/115661069
Perma-Link: https://aaa.gf-franken.de/de/recherche.html?permaLink=K2450a Permalink kopieren


Anfang Zurück Weiter Ende
Seite 1 von 1