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1 Einträge gefunden (Datenstand: 2020-03-15 17:53:28)

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Name: Baier, Johann Jacob
Geburt: 1677-06-14 Jena
Tod: 1735-07-14 Altdorf
Stand des Vaters: Theologieprofessor
Studium: Jena. - Halle
Amtszeit: 1704-1735
Status: Professor
Fakultät: Med.
Denomination: 1703: Medizin
Biographica: Johann Jacob Baier stammte aus Jena. Er war der Sohn des berühmten Theologen Johann Wilhelm Baier d. Ä. (1647-1695). Aufgrund einer schwachen körperlichen Konstitution verzögerte sich seine Schulzeit. 1693 erst nahm er das Medizinstudium in Jena auf. Nach einer 1699 unternommenen Reise nach Livland kehrte er 1700 zurück und wurde zum Doktor der Medizin promoviert. Nach einer kurzen Zeit als Privatdozent in Halle ging er schon 1701 nach Nürnberg und wurde dort in das Collegium Medicum aufgenommen. Auch war er zeitweilig als Stadtphysikus in Regensburg tätig. 1704 trat er die Nachfolge Apins an der Altdorfer Universität an. Er starb 1735 in Altdorf.
Besondere Aufmerksamkeit verdient Baier in zweierlei Hinsicht: als Historiker und als Fossilienkundler. 1714 veröffentlichte er die „Warhaffte und Gründliche Beschreibung Der Nürnbergischen Universität-Stadt Altdorff”, die erste gedruckte Geschichte der Stadt. Verständlicherweise legte Baier darin besonderes Gewicht auf die Universität. 1727 folgte eine „Geschichte des Doktorgartens der Altdorfer Akademie”. Mit der 1728 erschienenen Sammlung von Biographien der Altdorfer Medizinprofessoren würdigte er Leben und Werk seiner Vorgänger und Zeitgenossen in ausführlicher Form.
Schon seit seiner Kindheit war Baier von Petrefakten fasziniert. Gerade in der Gegend um Altdorf war er immer wieder auf der Suche nach Fossilien, Steinen und Konchylien, die er seinem bedeutenden Naturalienkabinett einverleibte. 1708 erschien seine „Nürnbergische Fossilienkunde”, ein Kompendium mit über 200 Abbildungen von Figurensteinen. Für Baier waren sie Überreste der Sintflut. Wie seine Zeitgenossen stand er erkennbar noch ganz im Spannungsfeld theologischer und naturwissenschaftlicher Welterklärungsmodelle. Gleichwohl hat er damit die Geologie und Paläontologie Frankens begründet. Weitere Arbeiten galten der Pharmazie, wofür er im Botanischen Garten der Altorphina wesentliches Ausgangsmaterial fand.
Baier konnte sich auch rühmen, eine bedeutende Kunstsammlung zu besitzen. Unter ihren über 600 Bänden mit Holzschnitten und Kupferstichen befand sich nicht nur eine nahezu vollständige Kollektion von Dürerstichen, sondern auch ein reichhaltiger Bestand von Arbeiten v.a. italienischer und deutscher Meister.
(Silvia Glaser)
Literatur: Jo[hann] Jac[ob] Baier: Biographiae Professorum Medicinae Qui In Academia Altorfina Unquam Vixerunt. Nürnberg, Altdorf 1728, S. 147-176.
Georg Andreas Will: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes nach Ihrem Leben/ Verdiensten und Schriften [...]. Fortgesetzt von Christian Konrad Nopitsch. 8 Bde. Nürnberg, Altdorf 1755-1758 und 1802-1808, hier Bd. 1, 1755, S. 57-62.; ebd. V, 1802, S. 47 f.
Christoph Gottlieb von Murr: Beschreibung der vornehmsten Merkwürdigkeiten in des H. R. Reichs freyen Stadt Nürnberg und auf der hohen Schule zu Altdorf [...]. Nürnberg 1778 (2. Aufl. Nürnberg 1801), S. 601 f.
Allgemeine Deutsche Biographie 1, 1875, S. 774 f. (Wilhelm von Gümbel).
Elias von Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf. 2 Bde. Würzburg 1912 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, IV/1-2), hier Bd. II, S. 48.
Elias von Steinmeyer: Weitere Nachträge zum Altdorfer Personenregister. In: Karl Wagner: Register zur Matrikel der Universität Erlangen 1743-1843. München, Leipzig 1918 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, IV/4), S. 631-651, hier S. 632.
Neue Deutsche Biographie 1, 1953, S. 543 (Arthur Kreiner).
Freyberg, Baiers Oryktographia, 1958.
Dorothee Flessa: Die Professoren der Medizin zu Altdorf von 1580-1809. Erlangen 1969, S. 38-40.
Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Hg. von Werner Wilhelm Schnabel. Nürnberg 2012 (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 3), I1250.
Porträt: Friedrich Roth-Scholtz (Hg.): Icones Eruditorum Academiae Altdorfinae [...]. Nürnberg, Altdorf 1721/23, Nr. [84]
GND: https://d-nb.info/gnd/116040122
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