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Name: Freher, Marquard Friedrich
Geburt: 1565 Augsburg
Tod: 1614 Heidelberg
Studium: 1575/76 Immatrikulation in Altdorf
Status: Student
Biographica: Der in Augsburg geborene Sohn des Reichskammergerichtsassessors, Nürnberger Ratskonsulenten und pfälzischen Kanzlers Marquard Freher (1542-1601) immatrikulierte sich 1575/76 in Altdorf. Hier hielt der erst Zwölfjährige 1577 als Vertreter seiner Klasse eine Preisrede bei der akademischen Jahrfeier. 1582 wechselte er dann nach Basel, später nach Bourges, wo er zum Licentiaten der Rechte kreiert wurde.
Freher trat in kurpfälzische Dienste und wurde 1598 Professor des Codex in Heidelberg, gab die Universitätskarriere aber bald zugunsten einer Verwaltungslaufbahn im direkten Umfeld des Fürsten auf. An führender Stelle vertrat er als Diplomat und staatsrechtlicher Publizist die Belange der calvinistischen Pfalz in deren Auseinandersetzung mit der kaiserlich-katholischen Partei.
Eine wichtige Rolle spielte er darüber hinaus als Philologe und Historiker, der sich angelegentlich um die Zugänglichmachung mittelalterlicher Literatur und Quellencorpora verdient machte und den Grund für eine pfälzische Regionalgeschichtsschreibung legte. Wissenschaftlich beschäftigte er sich unter anderem mit Williram von Ebersberg, Otfried von Weißenburg, der sog. Manessischen Liederhandschrift und Johannes Trithemius. Er trug damit entscheidend dazu bei, die deutsche Literatur des Mittelalters neu zu erschließen. Überdies war Freher als Sammler, Künstler und Poet tätig, der in den ähnlich interessierten Kreis der Heidelberger Späthumanisten um Georg Michael Lingelsheim und Janus Gruter eng eingebunden war. Noch nicht fünfzigjährig ist Freher in Heidelberg verstorben.
(Werner Wilhelm Schnabel)
Literatur: Paul Freher: Theatrum Virorum Eruditione Clarorum [...]. Nürnberg 1688, S. 1002-1004.
Jacob Brucker / Johann Jacob Haid: Ehren=tempel der Deutschen Gelehrsamkeit, in welchem die Bildnisse gelehrter, und um die schönen und philologischen Wissenschafften verdienter Männer unter den Deutschen aus dem XV. XVI. und XVII. Jahrhunderte aufgestellet […]. Augsburg 1747, S. 106-110.
ADB 7, 1878, S. 334 f.
Elias von Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf. 2 Bde. Würzburg 1912 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, IV/1-2), hier Bd. II, S. 207
NDB 5, 1961, S. 392 f.
Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Hg. von Werner Wilhelm Schnabel. Nürnberg 2012 (gff digital – Reihe A: Digitalisierte Quellen, 2), F 1001.
Porträt: Jacob Brucker / Johann Jacob Haid: Ehren=tempel der Deutschen Gelehrsamkeit, in welchem die Bildnisse gelehrter, und um die schönen und philologischen Wissenschafften verdienter Männer unter den Deutschen aus dem XV. XVI. und XVII. Jahrhunderte aufgestellet […]. Augsburg 1747, Tafel 26 (ggb. S. 106).
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