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1 Einträge gefunden (Datenstand: 2020-03-15 17:53:28)

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Name: Krauß, Elisabeth (geb. Streit)
Geburt: 1569-07-29 Bronnamberg
Tod: 1639-04-05 Nürnberg
Status: Stifter
Biographica: Elisabeth Streit war die Tochter eines Bauern aus Bronnamberg bei Fürth, die sich bereits mit zehn Jahren als Hausmädchen verdingen mußte. Erst im Alter von 29 Jahren ehelichte sie Conrad Krauß, einen aus Kitzingen stammenden Handelsmann, der es in Nürnberg offensichtlich zu Geld gebracht hatte. Zwei Söhne und eine Tochter verlor das Paar vor der Zeit, und als auch der Ehemann 1632 einer der kriegsbedingten Seuchenzüge zum Opfer fiel, war Elisabeth Krauß alleinige Erbin eines beträchtlichen Vermögens, ohne selbst Nachkommen zu haben. In einem umfangreichen Testament bedachte sie deshalb etliche Personen und Einrichtungen mit namhaften Legaten; den erklecklichen Rest von über 62.000 fl. aber brachte sie in eine Stiftung ein, die – neben anderen Bedürftigen – jährlich 1200 fl. an zwölf arme, aber begabte Stipendiaten ausschütten sollte. Die zehn Theologen und zwei Juristen, die von einem Gremium von fünf Exekutoren ausgewählt werden sollten, hatten aus dem Nürnberger Bürgertum zu stammen; aber auch ‚Ausländer’, insbesondere aus Cadolzburg, konnten bedacht werden. Die Stipendiaten sollten an der „reingläubigen” Universität Altdorf oder einer anderen protestantischen Hochschule studieren.
Durch die segensreiche Einrichtung zur Elitenbildung in Nürnberg wurden zahlreiche später namhafte Theologen, daneben auch bedeutende Juristen (am Anfang häufiger auch aus patrizischem Hause) gefördert. Insbesondere war der Anteil der ehemaligen Stipendiaten an der Altdorfer Professorenschaft bemerkenswert. Lucas Friedrich Reinhard, Magnus Daniel Omeis, Simon Bornmeister und Johann Augustin Dietelmair zählten ebenso zu den Geförderten wie Juristen und Theologen, die an auswärtigen Hochschulen Karriere machen sollten.
Die reich dotierte und mit der Zeit sogar wachsende Stiftung feierte ihr hundertjähriges Bestehen 1739 mit einer großen Feier, der Vergabe einer Erinnerungsmedaille, die das Porträt der Stifterin und auf der Rückseite eine Allegorie der Charitas zeigte. Eine Festschrift versammelte nicht nur diverse Dokumente, sondern listete stolz auch die erreichten Positionen ehemaliger Stipendiaten auf.
Die Einrichtung überdauerte auch den Verlust der reichsstädtischen Selbständigkeit. Zwar wurde ihr Grundstock 1806 von Bayern konfisziert; aber nach einem langwierigen Prozess musste das Stiftungsvermögen 1838 an die Exekutoren restituiert werden. Erst im Inflationsjahr 1922 wurde die Stiftung – wie viele andere – vom Stadtrat aufgelöst, das Vermögen dem städtischen Wohlfahrtsamt zugewiesen.
(Werner Wilhelm Schnabel)
Literatur: Rudolf Endres: Die Elisabeth Krauß’sche Studienstiftung in Nürnberg (1639-1923). In: Bericht des Historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg 120 (1984), S. 601-614.
Bernhard Ebneth: 350 Jahre Stiftung der Elisabeth Krauß. Nürnberg 1989.
Bernhard Ebneth: Stipendienstiftungen in Nürnberg. Eine historische Studie zum Funktionszusammenhang der Ausbildungsförderung für Studenten am Beispiel einer Großstadt (15.-20. Jahrhundert). Nürnberg 1994 (Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte, 52), S. 270-270.
Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Hg. von Werner Wilhelm Schnabel. Nürnberg 2012 (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 3), B8100.
Porträt: Kraußisches hundertjähriges Jubel-Fest [...]. Nürnberg 1739, S. 41.
GND: https://d-nb.info/gnd/132056003
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